Unsere Welt ist voll von akustischen Reizen, die über unsere Ohren zu uns dringen. Aber wie genau funktioniert das Ohr? Welche technischen Hilfsmittel gibt es, falls die Ohren Unterstützung brauchen?
Und was genau passiert eigentlich beim Hörakustiker? Diese und noch viele weitere Fragen beantwortet Ihnen unser Hör-Lexikon!

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  • Tinnitus

    Summen, Rauschen oder Pfeifen im Ohr. Wer diese Geräusche wahrnimmt hat höchst wahrscheinlich einen Tinnitus.  

    In einigen Fällen werden diese Laute tatsächlich im Körper selber erzeugt, zum Beispiel durch Strömungsgeräusche in unseren Blutgefäßen. Hier spricht man von einem objektiven Tinnitus. Gleich ob objektiv oder subjektiv, der Begriff Tinnitus ist genauso komplex wie seine vielfältige Geräuschkulisse.

    Verschwindet der Tinnitus innerhalb von 3 Monaten, ist es ein akuter Tinnitus. Bleibt er jedoch auch nach Ablauf dieser 3 Monate bestehen, spricht man von einem chronischen Tinnitus.

    2013 litten laut einer Studie mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland unter dieser Form des chronischen Ohrgeräusches, jedes Jahr kommen ca. 200.000 weitere Bürger hinzu. 

    Während viele Leidtragende des Tinnitus ganz gut mit den ständigen Ohrgeräuschen leben können, haben andere damit starke Probleme, die sich negativ auf ihr Privat- und Berufsleben auswirken.

    Bis heute gibt es keine genaue Erklärung für das Auftreten eines Tinnitus. Häufig werden Stress und Lärm als Hauptursache genannt. Neben Stress und Lärm stehen auf der Ursachenliste noch Krankheiten, wie z.B. Entzündungen und Durchblutungsstörungen oder auch ototoxische (ohrschädliche) Medikamente, wie beispielsweise manche Antibiotika.

    Eine positive Nachricht für alle Betroffenen ist, dass Tinnituspatienten nicht still vor sich hin leiden müssen. Oft können Hörgeräteakustiker oder auch der Ohrenarzt helfen.

    Dies beginnt mit der Suche nach der möglichen Ursache des Tinnitus und der genauen Bestimmung der Frequenz des nervenden Ohrgeräusches. Mit einem Hörtraining, der sogenannten Retraining-Therapie gelingt es häufig, den Tinnitus schlichtweg auszublenden. Hilft dies nicht, gibt es die Möglichkeit einen Tinnitus-Noiser anzupassen, mit dessen Hilfe man durch ein stetiges leises Rauschen vom eigentlichen Tinnitus ablenkt, so dass er den Patienten nicht mehr weiter stört.

    Laut einer Studie leiden ca. sieben von zehn Tinnitus-Patienten zusätzlich unter einer Hörschädigung. Ihnen kann meistens schon mit einem Hörgerät geholfen werden, so löst der Akustiker mit einem Hörgerät gleich beide „Probleme“ des Kunden: Tinnitus und Hörverlust.

  • Trommelfell

    Das Trommelfell ist eine schwingungsfähige Membran, die am Ende des knöchernen Gehörgangs gespannt ist und das Außenohr vom Mittelohr trennt. Das Trommelfell ist 85mm2 groß und wird in zwei Bereiche geteilt: die Pars flaccida und die Pars tensa.

    Der akustisch wirksame Teil, die Pars tensa beträgt 55mm2 und überträgt die Schwingungen des Trommelfells auf die Gehörknöchelchenkette. Der akustische unwirksame Teil, die Pars flaccida, ist nur 30mm2 groß aber übernimmt eine wichtige Dichtungsfunktion für unser Mittellohr.